Transformation #pauline – die zweite Phase

Bisher (August 2017 bis Februar 2018)

#pauline (www.facebook.com/paulineARTinSCHOOL); das war die Idee nach dem Resonanz-konzept der PAULA, der lebendigen Galerie aus Worpswede (www.zeitgenoessische-bildung.de), den schulischen Ort zu erforschen und zu erproben, inwiefern dieser Ort für eine freie, künstlerische Denk- und Arbeitsweise sensibilisiert und geöffnet ist. Hierfür entstand von August 2017 bis Februar 2018 eine Kooperation mit der berufsbildenden Schule Osterholz-Scharmbeck. Für die Umsetzung des Projektes wurden zwei Räume (Galerie-/ Atelierraum und Materialraum) zur Verfügung gestellt. Die Projektteilnehmenden waren in diesem Zeitabschnitt Schüler*innen der 11. und 12. Klasse der Fachrichtung Gestaltung. Um die Teilnahme zu ermöglichen fand das Projekt während der regulären Unterrichtszeit statt.

Konzeptkollision

Im Februar 2018 wurde das Projekt unerwartet plötzlich, einseitig von schulischer Seite beendet. Die Gründe erscheinen hier so vielfältig wie uneindeutig. In der Auseinandersetzung mit der Beendigung und der Frage: wie kann es weitergehen?, entstanden einige Hypothesen. Hauptaspekt der Beendigung, schien das Aufeinandertreffen von zwei konträren Grundkonzepten: Die Schule als Ort, eindeutiger Hierarchien, autoritärer Strukturen und Produktivitäts- sowie Leistungszwang gegenüber der #pauline, als Raum für Wahrnehmung, Uneindeutigkeit, Müßiggang, Verhandlung, Denken und künstlerischer Freiheit.

Besonders bedrohlich und letztlich zensierend wurde von der Schulleitung sowie von der Fachbereichsleitung Gestaltung, die Bildsprache der Schüler*innen im Projekt bewertet. Diese sei „morbide“ und löse „Angst“ aus.

#pauline arbeitet nach einem ergebnisoffenen Konzept. Zu Beginn des Arbeitszyklus steht immer ein künstlerisches Wahrnehmungsangebot. In diesem Projekt handelte es sich um eine künstlerische Arbeit von Rabea Melius. In Resonanz mit der gezeigten Arbeit entwickeln sich eigene künstlerische Fragestellungen und Arbeiten. Im Projekt beschäftigten sich die Schüler*innen vorwiegend mit folgenden Themen: Zweifel, Schmerz, Depression, Tod, Trauer, Verlust, Liebe, Freundschaft, Rollen, …

Die Präsenz und Notwendigkeit sowie auch Vielfältigkeit sich diesen Themen ohne Altersbeschränkung zu nähern, löste bei den Verantwortlichen der Schule regelrecht einen „Schock“ aus und führte schlussendlich auch zu der Beendigung des Projektes.

Raum für Alle und Alles

Diese Erfahrung stellt die #pauline vor wichtige, gesellschaftsrelevante Fragen:

Wo gibt es Raum zum Experimentieren? Wo darf wahrgenommen, probiert und verworfen werden? Wer zensiert? Wer konnotiert? Braucht Entwicklung nicht einen wertfreien Raum? Wie kann dieser Raum aussehen?

Die #pauline möchte nun mit dieser Erfahrung und einem Koffer voller Fragen und Wünsche sowie der Kunst der Schüler*innen in den städtischen Raum Bremens auf Forschungsreise gehen. Wir denken, dass diese Fragen und Themen gewürdigt und weiter verfolgt werden müssen. In unserer Wahrnehmung sind dies Themen und Fragen, die in jedem Alter immer wieder neu gestellt und verhandelt werden. Uns interessiert, wo finden solche Auseinandersetzungen in welcher Weise statt.

Die Transformation – Projektidee

Wir denken #pauline in der zweiten Phase als temporäre Stadtteilgalerie. Das urbane Umfeld Bremens soll die Möglichkeit eines diversen Publikums, aus aktiv sowie rezeptiv Mitwirkenden, ermöglichen. Gleichzeitig greift #pauline in einer Wechselwirkung gestaltend auf den öffentlichen Raum ein. Die aufgekommenen Fragen nach der Notwendigkeit und der Aufgabe von Zensur und Koordination in solchen Themenfeldern fordert für die zweite Phase des Projektes öffentliche Aufmerksamkeit und Zugänglichkeit. Es braucht die Übersetzung sowie Überwindung von Räumen um sich den Fragen vielfältig, wertneutral und ergebnisoffen zu nähern.

Hierfür denken wir an das City Lab in der Bremer Innenstadt. Dieses würde temporär als Stadtteilgalerie genutzt und belebt werden. Der öffentliche Raum würde über Plakate, die mit Fragestellungen aus der Projektphase 1 der Schüler*innen bedruckt würden, als Kommunikationsplattform genutzt. Die Plakate dienen der Aufmerksamkeit sowie der Einladung in die #pauline. Speziell wird jeden Monat zu einem Forum eingeladen. Zu diesem Forum werden Redner*innen vor Ort sein und jeweils eine Frage der Schüler*innen beleuchten und anschließend der offenen Diskussion übergeben. #pauline soll sich in der zweiten Phase zu einem offenen, forschendem Raum entwickeln, der sich den Fragen der Schüler*innen widmet und zum Thema macht. #pauline will und muss an der Stelle weiter machen, an der im künstlerischen Prozess auf unangenehme Fragen mit Beendigung, Negierung und Zensur geantwortet wurde. #pauline will einen Raum für Alle und Alles!

Ablaufskizze

April 2018                   

künstlerische Resonanzarbeit auf und mit den Werken der Schüler*innen der BBS-Osterholz-Scharmbeck, Vernissage/ Eröffnungsfeier, Entwicklung sowie Verteilung der Plakate, Werbemaßnahmen über soziale Medien sowie Printmedien

April bis August 2018            

Monatliche Frage-Foren, künstlerische Arbeit an drei Tagen in der Woche (Öffnungszeiten), Finissage (vorläufige Ergebnis-präsentation)

Gegebenenfalls: Verlängerung des Projektes.

Projektverantwortung

Sara Schwienbacher ist Performance-Künstlerin, Leitung der Kunstschule PAULA sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Künste im Sozialen. Sara Schwienbacher begleitet das Projekt als Mentorin, künstlerische Begleitung sowie als Projektkoordinatorin.

Rabea Melius ist bildende Künstlerin im Sozialen und Masterstudentin an der Hochschule für Künste im Sozialen. Sie ist für die Zeitplanung, Inhalt sowie Umsetzung und Dokumentation verantwortlich.

 

 

Wo ist #pauline?

City Lab in der Bremer Innenstadt

 

Die Kunstschule: Paula – die lebendige Galerie

Die PAULA ist ein Ort an dem künstlerisch geforscht, gearbeitet und gelernt werden kann. Ein Ort, an dem Spuren hinterlassen werden. Ganz im Einklang mit der historischen Geschichte von Worpswede als Standort der Künstlergruppe um die Namensgeberin des Resonanzraumes, Paula Modersohn-Becker. Dieser Künstlerkreis hat viele Spuren hinterlassen, die bis heute sichtbar sind. Das Dorf Worpswede zieht Kunst- und Kulturinteressierte über die Region hinaus an und noch immer leben und wirken viele Künstler_innen hier.

Die PAULA möchte mit ihrem Angebot einen wichtigen Beitrag für die Kunst- und Kulturvermittlung im Dorf leisten. Mit dem Konzept des Resonanzraumes wird ein freier, geschützter Ort geschaffen, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene kreativ und künstlerisch arbeiten können. Die Idee ist, dass alle Interessierten, in den Räumlichkeiten arbeiten können: Sei es malerisch, skulptural, installativ oder performativ – die Möglichkeiten sind vielfältig! Es wird interdisziplinär und multimedial gearbeitet. Die Spuren, die dabei hinterlassen werden, sind Ausgangslage für die nächsten Mitwirkenden, die sich wiederum den Raum zu eigen machen können. Die PAULA ist ständig im Wandel begriffen und somit ein bunter und bewegter Ort. Nicht nur in den Räumlichkeiten darf gearbeitet werden, auch im öffentlichen Raum gibt es die Chance (Komma) zu intervenieren und in Resonanz zu gehen.

Kunstschule PAULA Worpswede e. V.
Bergstraße 1
27726 Worpswede
Telefon: 04792 951291
E-Mail: info@kunstschule-paula.de
Homepage: www.kunstschule-paula.de

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Bisher (August 2017 bis Februar 2018) #pauline (www.facebook.com/paulineARTinSCHOOL); das war die Idee nach dem Resonanz-konzept der PAULA, der lebendigen Galerie aus Worpswede (www.zeitgenoessische-bildung.de), den schulischen Ort zu erforschen und zu erproben, inwiefern dieser Ort für eine freie, künstlerische Denk- und Arbeitsweise sensibilisiert und geöffnet ist.......

Ich habe Angst Angst vor Fehlern  Angst vor der Gesellschaft Kunst gibt Kraft  Eine Kraft Die nicht zu beschreiben ist  Kraft das Innere zum Ausdruck zu bringen  Kraft mich nicht aufzugeben  Kunst erzählt Geschichten  Kunst verleiht Kraft  Es bringt mich zum kämpfen  Um meine Existenz......