Kapitel 5

Wir treffen uns, um “MAL ene in MÜLL ” zu planen, ein Making mit Recycling-Material. Mittlerweile haben wir Zuwachs von Lucca und Aline bekommen, zwei engagierte Mädchen, die von unserem Projekt gehört haben und sich gern beteiligen möchten. Da in der letzen Woche Hanna ausgestiegen ist (sie war da ganz unkompliziert und hat geschrieben, dass ihr Zeit und Lust fehlen, was wir zwar traurig finden aber natürlich respektieren), ist es wunderbar dass unsere Gruppe durch die beiden Quereinsteiger wächst. Der Einstieg klappt geschmeidig (ganz sicher war ich nicht, da wir ja schon einiges zusammen erlebt haben).

Brainstorming scheint zu UNSERE Methode zu werden. Sie wird den vielen Ideen gerecht und der sehr wortprallen Gruppe ebenso, da wir eine Regel beherzigen: jeder Beitrag wird verzeichnet und bleibt zunächst unkommentiert. So kommen wir gut voran.

War die Ausgangsidee eigentlich, aus Müll Kleidung herzustellen, kommen immer mehr Ideen hinzu, inspiriert durch einen bereits gesammelten oder in der Kunstschule vorhandenen Fundus an Material. Die Ideen reichen vom Gestalten modischer Assesoires bis zum Darstellen von Filmszenen im Miniaturformat. Wir versuchen die Ideen zu clustern. Hierbei passiert etwas mir Neues. Es gelingt, einzelne Ideen zusammenzufassen und Oberbegriffe zu finden, jedoch erscheinen auf meinem Plakat unglaublich viele Pfeile, alles wird in Verbindung gebracht, steht irgendwie im Zusammenhang, passt zusammen, gehört dazu. Wir wissen nicht, wie wir es grafisch darstellen sollen. Es sind nicht nebeneinander stehende Cluster, sondern konzentrische, oder verbundene.

Es konturiert sich ein Bild eines MAKINGS, das in einer Art Filmset oder als Bühnenbild platziert wird. Dem potentiellen Publikum werden unendlich viele Möglichkeiten eröffnet, sie können kreativ aus Müll etwas gestalten, in einer Art Schauspiel mitwirken oder oder den Akteuren in Wort oder Schrift einen Impuls zum Umsetzen geben.

MAL ene in MÜLL wird zu einem Schauspiel in drei (parallele) Akten. Das  Making  ist nun eingebettet in ein Bühnenbild mit Requisite und Kulisse.

Der erste Akt ist Kristin auf dem Catwalk, eine Art Improvisationstheater, eine Kostümwerkstatt mit einem kritischen Wink zur Wegwerfgesellschaft. Auf Flickenteppichen, einem guten Sinnbild für die Ambivalenz der Wiederverwertbarkeit, findet der zweite Akt Chiara spielt ein Lied statt. Es ist ein Begleikonzert, Experimentalmusik aus dem Joghurtbecher sozusagen. In Gretas Fantasie, dem dritte Akt, wird Dekoratives oder Nützliches aus Plastikabfällen hergestellt und im Spiel verwendet. Das Making wird zum Drehbuch in Echtzeit. Die Akteure spielen und gestalten. Alles steht miteinander in Verbindung.

Mir schwirrt der Kopf vor Verschachtelungen und vermutlich ist dieser Text wirr und unverständlich. Ich bitte Euch um ein wenig Geduld. Am Dienstag nach Pfingsten findet Ihr einen Bericht aus dem Dannach. Jetzt, aus dem Davor, kann ich nur versuchen, den wahnsinnigen Planungsprozess wiederzugeben, der immer wieder von den Worten der Teilnehmer flankiert ist: Das wird sich zeigen.

 

 

 

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