Ein Fortbildungsangebot für alle Kunstschulen
austauschen und reflektieren – verlernen und lernen – probieren und verändern
Kunstschule VON KUNST AUS denken und positionieren

Gesellschaftlich befindet sich vieles im Umbruch – strukturell, politisch, fachlich. Neue Wege sind erforderlich, um mit den diversen Herausforderungen, wie Digitalisierung, Inklusion, Integration, demographischer Wandel, neue Mitbürger_innen, andere ethische und religiöse Gewichtungen, politische Bewegungen, Ressourcenschonung, Klimawandel etc., friedlich und zum Wohle aller umzugehen. Kunstschulen können in diesem umfassenden kulturellen Wandel eine große Rolle spielen, als Schnittstelle zwischen Alltag und Er-Möglichungsräumen durch die Kunst. Wie und aus welchem Selbstverständnis heraus aber können bzw. sollten sich Kunstschulen zu diesen sich gesellschaftlich verändernden Rahmenbedingungen vor Ort verhalten und positionieren? Zur Beantwortung stellen sich zunächst einmal andere Fragen: Was beobachten Kunstschulen und in welchen Kontexten arbeiten sie eigentlich? Was bedeutet es für die Praxis und die Einrichtung, wenn Kunstschule konsequenter „Kunst als Haltung“ zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit macht? Was leitet die Kunstschule, wie abhängig oder unabhängig ist sie, und welches Handwerkszeug benötigen Team, Leitung und Dozent_innen, um dem eigenen künstlerischen Anspruch und der Komplexität der Aufgaben zu entsprechen?

Wozu?

Absicht dieses Fortbildungsangebotes war es, im Dialog mit den Kunstschul-Akteurinnen und Akteuren, Kunstschule mit ihrem Alleinstellungsmerkmal KUNST innerhalb des Feldes der kulturellen Bildungseinrichtungen in der Gesellschaft zu profilieren. Auf dem Weg durch gemeinsames austauschen und reflektieren – verlernen und lernen – probieren und verändern motivierte das Programm die Teilnehmenden und die Kunstschulteams, sowohl die fachliche Position als auch die gesellschaftliche Rolle der Kunstschule vor Ort zu hinterfragen und „ein Kunstschul-Profil von Kunst ausgehend“ zu entwerfen und zu schärfen.

Seminarinhalte und Arbeit der Reflexionsbeauftragten im Kunstschulteam

In zwei eigens für Kunstschulen konzipierten Seminaren wurden relevante Kunst- und Bildungsbegriffe wie auch aktuelle gesellschafts- und bildungspolitische Diskurse behandelt. Es wurden Methoden geübt und Haltungen erprobt, um diese dann direkt und unmittelbar vor Ort in die eigenen Kunstschulteams einzubringen. Die Seminar-Teilnehmenden aus den Kunstschulen erweiterten ihr Expert_innenwissen und gaben anschließend als „Reflexionsbeauftragte“ in die Kunstschule einen Impuls hinein, mit dem sie Lust auf gemeinsames Denken, Lernen und Handeln VON KUNST AUS innerhalb des Kunstschulteams machten. Themen eines reflektierten Austausches in den Kunstschulen konnten das Selbstverständnis von Akteur_ innen und Einrichtung, Fragen der Professionalisierung sowie die Beschäftigung mit der künstlerischen Praxis und Qualität sein. Die Reflexionsbeauftragten eröffneten in der Kunstschule, z.B. im Rahmen eines Team-Treffens, kleine Zeitfenster für ein „politisches“ Denken VON KUNST AUS. Sie regten aus dieser Perspektive einen Austausch und ein Nachdenken über die professionelle Selbstvergewisserung der in den Kunstschulen Tätigen, des Auftrages der Kunstschule als Organisation und mögliche Veränderungen an.

 

Teilnehmende
17 Personen, Leiter_innen und Dozent_innen, aus den Kunstschulen machten mit. Teilnehmen konnten maximal zwei Personen aus einer Kunstschule. Die Konzeption und die Leitung der Seminare übernahmen Dr. Susanne Bosch, Constanze Eckert und Sara Schwienbacher.

Zeitplan
12. bis 14. April 2018: Seminar I in Hannover
• Mai bis August 2018: Phase I in der Kunstschule: aktives Arbeiten in den Kunstschulteams
• 31. August bis 1. September 2018: Seminar II in Hannover
• September-Oktober 2018: Phase II in der Kunstschule: aktives Arbeiten in den Kunstschulteams
• 8. bis 9. November 2018: Abschlusstagung von generationKUNST in Wolfenbüttel: Rolle der kritischen Freund_innen und “Ernte”-Helfer_innen