Kapitel 7-unser letztes Making wird ein Fest!

Im letzten Kapitel beschrieb ich, wie wir in einer Wir-Werkstatt acht Aktionen zu den Themen Gleichberechtigung und Vorurteile erarbeiteten.

Nun wird es konkret. Die Gemeinde Wedemark lädt uns ein, ein Fest auf dem Schulcampus auszurichten, Bürger und Schüler sollen für Kinderrechte, vornehmlich das erste – das Recht auf Gleichheit- sensibilisiert werden.

Wir haben die Qual der Wahl, müssen uns auf vier Aktionen beschränken und wissen, unser Projekt geht zu Ende, was wir jetzt nicht mehr umsetzen, bleibt vielleicht nur eine Idee.

Wir wählen aus, denken die Aktionen weiter. Wie soll das setting aussehen? Welches Medium benötigen wir, um Menschen einzuladen? Was brauchen wir, um die Metapher in den Aktionen zu transportieren….Materialliste, Aufgabenverteilung usw…..

Aber eins ist anders bei der Vorbereitung unserer letzten Makings: wir können nun auf etwas sehr Wertvolles zurückgreifen- auf Erfahrung!

Was uns bei anderen Makings in der Planung passierte, nämlich das sich zu viele rote Fäden zu einem Knäul verhedderten, alles plötzlich mit allem in Beziehung stand, eine bodenlose Verschachtelung entstand, die sich zwar großartig in der Theorie machte, aber kaum umsetzbar in der Praxis gestaltete, passiert dieses Mal nicht! Wir konstruieren kein komplexes Beziehungssystem, lassen jede Aktion für sich stehen, sehen klare rote Fäden, die alles verbinden und gestehen unseren Besuchern zu, sich in ihre individuelle Beziehungen zum Thema zu setzen und eigene Gedankenbrücken zu bauen.

Wir treffen eine Entscheidung:  vier Aktionen werden jeweils durch eine farbig gestaltete Leinwand angekündigt, eine Einladung ohne Text, ohne Worte. Die Deko am Set soll die Botschaft verdeutlichen.

MACHT EUCH SICHTBAR findet an vier Plexiglasaufstellern statt. Sie sind im carree angeordnet und werden durch eine Leinwand angekündigt, auf der Silouhetten erscheinen, die mit Nummern versehen sind- abgestempelt, auf eine Zahl reduziert.

ZUCKERWATTE-KINDHEIT (K)EIN ZUCKERSCHLECKEN hält für die Besucher Zuckerwatte bereit, die um einen Lolly gesponnen wird. Die Leinwand zeigt Zuckerwatte und lässt erahnen, da steckt was drin, macht neigierig auf den „Kern“, lädt ein, zum „Herzstück“ vorzudringen.

 

 

Für die WUNSCHBALLONS entwerfen wir einen Text für eine Postkarte, wir möchten die Kettenbrief-Idee aufgreifen, um als „Botschafter“ die Kinderrechte zu verbreiten. Der Besucher gestaltet eine Hälfte der Karte und schickt sie per Heliumballon auf Reise. Der Kartentext lädt den Finder ein, die andere Hälfte mit Wünschen für Kinder in Bild- oder Textform zu vervollständigen. Ja, so stellen wir uns das vor und hoffen, dass viele Karten den Weg zu uns zurück finden. Die ankündigende Leinwand zeigt an Ballons schwebende Schulbücher und Trinkflaschen.

Mit der Deko am Set greifen wir das Bild wieder auf, platzieren Spielzeughäuser, Wasserkisten und Schulbücher und befestigen Heliumballons an den Gegenständen, die die Rechte der Kinder symbolisieren.

 

DRAHTKÖPFE werden angekündigt mit einer Leinwand, die Hohlköpfe zeigt, gefüllt mit Zeichen, Zahlen, Symbolen. Als Deko stellen wir kontrastierende Barbie-Schminckköpfe auf.

 

Die Planung ist abgeschlossen. Wir gestalten die Leinwände, besorgen das Material, lassen Ständer für die Plexiglasscheiben bauen, drucken Postkarten, bereiten Holzklötze vor, schaffen eine Zuckerwattemaschine an und verstauen am morgen des 20.Septembers alles in meinem Bus. Auf gehts bei Sommerwetter zum Schulcampus.

Was uns dort erwartet, ist wie immer und doch ganz anders.

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