Stadtutopist*in

Interventionen im öffentlichen Raum.

Ein digitales Kunst-Projekt der Oldenburger Kunstschule e.V.

Wie wollen wir in dieser Stadt leben? Diese Frage stellt sich bestimmt niemand, der gerade die Schlosshöfe in Oldenburg betritt. Ein großes Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt. Und genau hier befindet sich die Ausstellungswerkstatt der Oldenburger Kunstschule als eine vertraglich geregelte Leerstandsnutzung seit 2017. Ein ungewöhnlicher und spannender Ort, mit einer hohen Präsenz, ideal, um gesellschaftliche Fragestellungen mitttels künstlerischer Interventionen den Besuchern anzubieten und sie miteinzubeziehen. „Wie wollen wir leben?“ soll hier immer wieder temporär öffentlich nachgegangen werden. Initiiert und aufbereitet von einem Medienkünstler, der in der Ausstellungswerkstatt öffentlich arbeitet und dabei als eine Art Stadtutopist agiert.

Das Projekt startet im September 2019.

Unser erster Stadtutopist:

Der Künstler Franz John

Wir freuen uns sehr, dieses Jahr den Künstler Franz John aus Berlin als Stadtutopisten für uns gewonnen zu haben.
Franz John war auf internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, unter anderem am Exploratorium (San Francisco/USA), im Goethe-Institut Warschau, auf der Biennale von São Paulo (Brasilien), auf der Skulptur Biennale Münsterland und bei Über Lebenskunst im Haus der Kulturen der Welt (Berlin). 1996 war er als Artist in Residence im Headlands Center for the Arts bei San Francisco und erhielt 2011 eine Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes. 2007 und 2014 war er Stipendiat der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen.
In seinen Werken stellt sich Franz John der Herausforderung, Kunst mit Nachhaltigkeit und ökologisch-wissenschaftlichen Fragestellungen in Verbindung zu bringen.

AN ART PROJECT ON THE ENERGY LEVEL OF PLANTS
Schöppingen, 2017

Als Stadtutopist entwickelt er in den Schlosshöfen im Herbst 2019 künstlerische Interventionen zur Frage “Wie wollen wir in dieser Stadt leben?”. In Anbetracht der Lage, dass in Oldenburg wie auch in vielen weiteren Städten in der Region und auf der Welt der Meeresspiegel um 3-5 Meter in den nächsten 50 Jahren steigen soll, bleibt die Frage offen, wie mit dieser neuen Situation umgegangen werden kann. In den Medien überschlagen sich die Meldungen zu Klimaerwärmung und ihren Folgen und vermitteln Fehlbarkeit und Machtlosgikeit des Einzelnen zu Genüge.
Gleichzeitig bedarf es aber Strategien und Lösungen jedes einzelnen, um diese neue Situation zu meistern. Welche Fragen und Lösungen können Oldenburger BürgerInnen und auch SchülerInnen mit Hilfe der Kunst entwickeln? In Kooperation mit Franz John und Oldenburger BürgerInnen und SchülerInnen soll so ein künstlerisches Projekt entstehen, das lösungs- und handlungsorientiert arbeitet und bei dem jede/r eingeladen ist mitzuwirken.

Salztangente
Bocholt -Barlo, 2005
N 51° 52.816, E 06° 40.793
km 79,4

 

WAS WIR TUN

Die Oldenburger Kunstschule e.V. wurde 1984 als Initiative im Bereich der außerschulischen kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche gegründet. Seit 1990 wird sie von der Stadt Oldenburg institutionell gefördert. Heute verfügt sie über zwei Standorte in der Stadt, jeweils mit einem barrierefreien Erdgeschoss. Insgesamt stehen über 800 m² Arbeitsfläche mit gut ausgestatteten Ateliers und Werkstätten zur Verfügung. Seit 2017 unterhält die Kunstschule zudem in einem Leerstand in der Oldenburger Innenstadt eine DesignWerkstatt, verbunden mit einem Artist in Residence Programm für junge DesignerInnen. Diese interessante Form der Umnutzung bietet für alle Beteiligten einen vielversprechenden Perspektivwechsel.